Zuschüsse für Energieeinsparung
Häuser, Fahrzeuge, Flugzeuge und Großkraftwerke produzieren gigantische Mengen Kohlendioxid, das unser Klima deutlich sichtbar und spürbar ruiniert. Wenn wir jetzt nicht umsteuern, werden unsere Kinder und Enkel dafür einen sehr hohen Preis zahlen müssen. Die Technik für einen behutsameren Umgang mit den Ressourcen unserer Erde ist längst vorhanden, wird aber viel zu wenig genutzt.
Betrachtet man den Energieverbrauch von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, so lassen sich hier durch Investitionen in verbesserten Wärmeschutz, innovative Technik und Nutzung regenerativer Energien beträchtliche Mengen an Kohlendioxid einsparen. Bei Planungen von Neubauten müssen energetische Gesichtspunkte verstärkt beachtet werden. Durch die Sanierung von Altbauten lässt sich neben der Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes und der Energiekosten eine deutliche Verbesserung des Wohnkomforts erreichen.
Zur Finanzierung einer umfassenden Sanierung hat die KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) das Programm "Gebäudesanierung" zum Jahresbeginn erweitert. Antragsberechtigt sind Eigentümer von selbstgenutzten oder vermieteten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie von Eigentumswohnungen in Wohneigentums- gemeinschaften.
Variante 1: Darlehen + Tilgungszuschuss
Für Sanierungsmaßnahmen bietet die KFW Darlehen ab etwa 2,5 % Effektivzins. Pro Wohneinheit wird ein Darlehen von maximal 50.000 € gewährt. Wenn das Haus nach der Sanierung nur noch so viel Energie verbraucht, wie in einem Neubau maximal zugelassen ist, erhält man in der Darlehensvariante einen Tilgungszuschuss von 5 %. Das heißt, von dem Darlehen muss nur 95 % zurückgezahlt werden. Einen Tilgungszuschuss von 12,5 % erhalten diejenigen, die mit ihren Maßnahmen das Neubau-Niveau um 30 % unterschreiten (vgl. Tabelle 1).
Variante 2: Eigenmittel + Zuschuss
Ab Januar 2007 gibt es neben der Darlehensvariante die Zuschussvariante. Sie gilt ebenfalls für maximal 50.000 € förderfähige Kosten pro Wohneinheit. Werden mehrere Energiesparmaßnahmen kombiniert und wird auf das Darlehen verzichtet, bekommt man einen Zuschuss von 5 % auf die förderfähigen Kosten. Erreicht man mit der Sanierung aus eigenen Mitteln Neubau-Niveau, so beträgt der Zuschuss 10 %, bei Unterschreiten des Neubauniveaus um mindestens 30 % steigt der Zuschuss sogar auf 17,5 %.

- Tabelle 1: Maximale Zuschüsse pro Wohneinheit im KFW-Gebäudesanierungs - Programm
Kurzfristig lässt sich durch eine totale Sanierung der Energieverbrauch in Altbauten um 70 bis 80 % senken. Längerfristig entscheiden energetische Werte von Immobilien auch ganz wesentlich über den Wert auf dem Immobilienmarkt. Dies wird insbesondere nach Einführung des Energieausweises (Energiepass) ab 2008 der Fall sein. Immer mehr Immobilienbesitzer und -besitzerinnen erkennen die Zeichen der Zeit und investieren massiv in Energiesparmaßnahmen, um sich selbst und ihren Mietern und Mieterinnen zeitgemäßen Wohnkomfort zu bieten und damit letztendlich die Umwelt zu schonen.
Dazu ein Beispiel:
Sanierung eines Mehrfamilienhauses
Kürzlich ließ in Nordenham die Firma Otto Boekhoff Immobilien ein Mehrfamilienhaus von 1960 mit zwölf Wohneinheiten sanieren: Die Wände erhielten eine Kerndämmung und zusätzlich ein Wärmdämmverbundsystem. Vorhandene Fenster wurden durch neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung ausgetauscht. Kellerdecke und das Dach wurden mit einer dicken Dämmschicht versehen. Heizkörpernischen wurden entfernt. Vorhandene Gasthermen wurden durch einen zentralen Brennwertkessel ersetzt. Darüber hinaus wurde eine Solarkollektoranlage mit 50 m² Kollektorfläche für die Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung installiert.

- Mehrfamilienhaus in der Saarstr. 21-25 in Nordenham: 80 % Gaseinsparung, 95 Tonnen Kohlendioxid-Einsparung pro Jahr
Zusammengenommen bringen diese Maßnahmen eine Energieeinsparung von etwa 80 % sowie eine jährliche Verminderung des Kohlendioxid-Ausstoßes in die Luft um 95 Tonnen. Grundsätzlich ließe sich der geringe Restenergiebedarf des Hauses auch vollständig aus erneuerbaren Quellen abdecken. Abbildung 2 zeigt die Bewertung des sanierten Mehrfamilienhauses mit 67,8 kWh /(m²a) auf der Skala der Energiekennzahlen von Gebäuden. Vor der Sanierung lag die Kennzahl bei 450 kWh, also im roten Bereich.

- Der Energieausweis (Energiepass) für das Mehrfamilienhaus in Nordenham (67,8 kWh/(m²a)) im Vergleich zu neuen Gebäuden
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass diese totale Sanierung ohne Mehrkosten für die Bewohner und Bewohnerinnen des Hauses möglich ist. Das beim Gasversorger eingesparte Geld wird an den Vermieter gezahlt und von ihm an die KFW weitergeleitet. Nach etwa 15 Jahren ist der Kredit abgezahlt. Und während die jährlichen Kapitalkosten für die nächsten 10 bis 15 Jahre exakt berechenbar sind, bleibt die Entwicklung der Energiekosten völlig unberechenbar. Wegen der Knappheit der Rohstoffe ist es gut möglich, dass sich die Energiepreise in wenigen Jahren abermals verdoppeln.

- Anteil der Energiekosten an der Gesamtmiete vor und nach der Sanierung
Bei einer solchen Totalsanierung gibt es nur Gewinner:
- Handwerksbetriebe haben Arbeit
- Mieter und Mieterinnen freuen sich über die wesentlich gestiegene Wohnqualität
- Wohnungswert steigt auf dem Immobilienmarkt
- Zukünftige Energiepreissteigerungen sind kaum von Bedeutung
- Die Umwelt wird geschont
- Geld für die eingesparte Energie bleibt im Land
- Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland wird reduziert
Sanierte Altbauten stehen inzwischen teilweise energetisch besser da als mancher Neubau und werden nicht selten ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen versorgt.


